Über letzte Wochenende konnten wir vier weitere legendäre WM-Spiele geniessen. Aber wäre hätte sich träumen lassen, das eins davon ein echtes Erdbeben ausgelöst hat? Ein weiteres löste grosse Empörung aus und spielte eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Technologisierung des Fussballs. Diese und weitere historische Anekdoten findet ihr in unserer neuesten #WorldCupAtHome-Zusammenfassung. Viel Spass.

 

Diego Maradonna, FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Mexico 1986, Argentinien – Deutschland 3:2 (Finale) | ©FIFA Museum
Freitag, 17. April 
FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Mexico 1986, Argentinien – Deutschland 3:2 (Finale)  
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Nach dem WM-Finale 1986 hob der argentinische Superstar Diego Maradona nicht nur die WM-Trophäe in die Höhe, sondern gewann auch den Goldenen Ball als bester Spieler des Turniers. Maradona hatte das gesamte Turnier dominierte. Dementsprechend war die Entscheidung, ihn zum Gewinner zu küren, die wohl leichteste in der Geschichte des Goldenen Balls. Einige behaupten, er habe den Titel für Argentinien im Alleingang gewonnen. Von den 14 Toren, die die argentinische Mannschaft während des gesamten Turniers erzielte, schoss Maradona fünf. Dazu gehörten auch das “Hand Gottes”-Tor und sein berühmtes Dribbling über den halben Platz, das später zum Tor des Jahrhunderts gewählt wurde (beide Tore wurden im Viertelfinale gegen England erzielt). Er gab auch die Vorlagen für fünf weitere Tore, einschliesslich des entscheidenden Tores im Finale, erzielt von Jorge Burruchaga. All diese Erfolge machen uns sehr stolz darauf, Maradonas Trikot vom Turnier im FIFA Museum zeigen zu können. Das Finale 1986 lieferte aber auch eine Reihe interessanter Statistiken. Es war die zweite Niederlage Deutschlands in Folge in einem WM-Finale. 1982 hatte man bereits gegen Italien verloren. Das einzige Team, das bis heute diese traurige Schicksal teilt, sind die Niederlande (1974 & 1978). Deutschland erreichte 1990 sogar ein drittes Finale in Folge - wieder gegen Argentinien. Und diesmal gewannen sie. Es war das erste Mal, dass sich zwei Teams bei einem WM-Finale zweimal gegenüberstanden. Brasilien und Italien taten es ihnen 1994 gleich (sie trafen im WM-Finale 1970 zum ersten Mal aufeinander). Bei der WM 2014 holten sich Deutschland und Argentinien aber wieder den alleinigen Rekord, als sie zum dritten Mal in einem WM-Finale aufeinander trafen.

 

Hirving Lozano, FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018, Deutschland – Mexiko 0:1 (Gruppenspiel)  | ©FIFA Museum
Samstag, 18. April 
FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018, Deutschland – Mexiko 0:1 (Gruppenspiel)  
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Die Spiele zwischen Mexiko und (West-) Deutschland waren eigentlich immer ziemlich klar. Vor der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018 trafen die beiden Mannschaften elf Mal aufeinander und Mexiko gewann nur ein Spiel davon. Alle drei Spiele bei verschiedenen Weltmeisterschaften (1978, 1986, 1998) wurden von Deutschland gewonnen. Angesichts dieses Rekords war es eine ziemliche Überraschung, als Titelverteidiger Deutschland sein erstes Gruppenspiel 2018 in Russland gegen Mexiko verlor. Es war gleichzeitig das dritte Mal in Folge, dass der aktuelle Weltmeister sein erstes Spiel bei der folgenden Weltmeisterschaft nicht gewann und anschliessend, um die Sache noch schlimmer zu machen, auch in der Gruppenphase ausschied (Italien 2010 und Spanien 2014). Für die Mexikaner hätte das Turnier nicht mit einem größeren Knall beginnen können. Der Jubel der Fans über das Tor von Hirving Lozano löste in Mexico Stadt tatsächlich geringfügige seismische Aktivitäten aus. Das Tor verursachte buchstäblich ein Erdbeben. Was könnte ein besserer Grund sein, das Trikot des Erdbebenauslösers in unserer Kollektion im FIFA-Museum zu haben?

 

Vuvuzela, FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010, Deutschland – England 4:1 (Achtelfinale)  | ©FIFA Museum
Sonntag, 19. April 
FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010, Deutschland – England 4:1 (Achtelfinale) 
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Spiele zwischen Deutschland und England sind immer etwas Besonderes. Bei Weltmeisterschaften waren sie auch immer knapp. Kein Wunder also, dass der 4:1-Sieg Deutschlands im Achtelfinale bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010 tatsächlich das erste WM-Spiel der beiden Mannschaften war, das nach 90 Minuten endete und nicht in der Verlängerung oder im Elfmeterschiessen entschieden wurde. Gleichzeitig war es auch Englands höchste Niederlage bei einer WM. Aber wenn wir ehrlich sind, war das alles aufgrund einer kontroversen Schiedsrichterentscheidung nicht wirklich wichtig. In der ersten Halbzeit ging Deutschland nach Toren von Klose und Podolski mit 2:0 in Führung. Kurz nach dem 2:0 gelang England durch einen Kopfball von Matthew Upson der Anschlusstreffer. Und zwei Minuten später glich Frank Lampard aus. Zumindest dachten das alle im Stadion. Aber die Pfeife des Schiedsrichters blieb stumm. Die Wiederholungen im TV zeigte aber deutlich, dass der Ball die Torlinie überschritten hatte. Die englischen Spieler, Trainer und Fans konnten es nicht glauben. Die umstrittene Entscheidung auf dem Feld blieb jedoch bestehen. Nachdem Thomas Müller in der zweiten Halbzeit einen Doppelpack für Deutschland erzielte, schied England aus. Nach dem Spiel entbrannte die Diskussion über technische Hilfsmittel erneut und führte schlussendlich zur Einführung der Torlinientechnologie im Fußball. Und noch etwas: Bei allen Spielen herrschte eine einzigarte Atmosphäre, ausgelöst von unzähligen Vuvuzelas auf den Tribünen. Egal ob man sie liebt oder hasst, man kann nicht leugnen, dass die Plastik-Trompeten verantwortlich waren für einen ganz besonderen Soundtrack, der für immer mit der Weltmeisterschaft 2010 verbunden sein wird.

 

Marta, FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011, Brasilien – USA 2:2 n.V. (3:5 n.E.) (Viertelfinale)  | ©FIFA Museum
Montag, 20. April  
FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011, Brasilien – USA 2:2 n.V. (3:5 n.E.) (Viertelfinale) 
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Last-Minute-Tore sorgen für ganz besondere Gefühle. Dies galt auch für das Viertelfinale der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011 zwischen den beiden Schwergewichten Brasilien und USA. Nachdem die 90 Minuten mit 1:1 beendet wurden, gelang der Brasilianerin Marta in der 92. Minute in der Verlängerung schnell die Führung. 20 Minuten später, nur Sekunden vor dem Schlusspfiff, wuchtete die US-Stürmerin Abby Wambach den Ball zum Ausgleich ins Netz. Ein Tor, das ihre Mannschaft ins Elfmeterschiessen rettet, das die USA auch gewannen, und das später zum Tor des Turniers gewählt wurde. Wambach und Marta waren wahrscheinlich auch zwei der gefragtesten Spielerinnen für das offizielle Panini-Album zur Weltmeisterschaft. Das Sammeln und Tauschen von Panini-Aufklebern und das Auffüllen des Albums ist eine Tradition von Fans jeden Alters, die bis zur FIFA-Weltmeisterschaft 1970 zurückreichen. 2011 veröffentlichte Panini erstmals ein offizielles Album für eine FIFA Frauen-Weltmeisterschaft. Selbstverständlich haben wir eines dieser Alben in unserer Sammlung - natürlich mit allen Aufklebern.